Erweiterung Schulcampus Dorf Binningen

1. Preis
Offener Wettbewerb für die Erweiterung des Schulcampus Binningen um ein Schulhaus, Turnhalle und Kindergarten
Weyell Zipse Architekten mit Hörner Architekten, in Zusammenarbeit mit  August und Margrith Künzel Landschaftsarchitekten

 

Ein Haus im Ensemble von Gebautem und Landschaft
Das neue Schulhaus für Binningen steht eingebettet in die Grünraumausläufer des Basler Zoos. Im Gegensatz zur Testplanung wird der Neubau nicht zwischen den beiden bestehenden Schulhäusern platziert, sondern periphär im Nordosten des Areals. Dadurch wird der Dorfplatz in seiner heutigen Dimension erhalten und aus seinem Dornröschenschlaf erweckt. In Zukunft wird er als baumbestandener Platz eine atmosphärische Dichte erhalten, die in unterschiedlichsten Nutzungsszenarien einen angenehmen Aufenthaltsort schafft. Das neue Zentrum Binningens bewahrt dabei seinen Charakter als Platz-Sequenz, welche in ihrem Charakter ausdifferenziert und räumlich gestärkt wird. Der Neubau markiert dieses wiederbelebte Zentrum als Solitär in der Landschaft, gleichberechtigt sichtbar von beiden Talseiten. Die zahlreichen Programmpunkte von Turnhallen, Schulnutzungen und Kindergarten werden in einem kompakten Volumen gebündelt. Dies ermöglicht den Abriss der bestehenden Margarethen-Turnhalle, und damit die Stärkung des visuellen Bezugs zum gegenüberliegenden Leimental, mit dem symbolischen Zentrum der Heilig Kreuz Kirche. Die bestehenden Schulhäuser sind Zeugen der Dorfentwicklung Binningens, und Identitätsträger des historischen Kerns. Sie werden beide erhalten und weiterhin genutzt.

Das neue Schulhaus ist Teil des gebauten Schulhaus-Ensembles und dennoch aus der Landschaft heraus gedacht: Der Holzbau, dessen Stützen mit den umgebenden Bäumen der Schutzmatte in Beziehung stehen, ruht auf einem Sockel aus Beton, der aus der Geländekante der für Binningen so typischen Terrassen herauswächst. Die Stützwand zum Gelände wie auch der Sockel des Neubaus bestehen aus unregelmässig gestrahltem Waschbeton, mit dem Ausdruck einer Gartenmauer. Der Holzbau darüber ist mit einer feinen, hellen Holzverkleidung aus geschliffenen Täferschalungen und grossformatigen Fassadenpaneelen umhüllt. Die marmorierte Holzmaserung der Paneele bedecken, einem Ornament gleichend, die Brüstungsbereiche der Fassade.

Im Erdgeschoss ist der Kindergarten um die Aula herum angeordnet, die bei Nichtbenutzung als Spielbereich genutzt werden kann. Eine programmatische Rochade in den bestehenden Schulhäusern ermöglicht, dass die beiden Obergeschosse des Neubaus als reine Klassenzimmer-Konstellationen bespielt werden können: Cluster aus Klassen- und Halbklassenzimmern sowie Gruppenräumen, gruppieren sich jeweils um einen flexibel nutz- und möblierbaren Lern- und Aufenthaltsbereich. Im Sockel befinden sich, seitlich vom der Sportanlagen-Ebene belichtet, die beiden Turnhallen.

Dem Kindergarten ist auf der unteren Terrassenebene ein mittels breiter Rampe direkt zugänglicher Aussenraum angegliedert. Dieser eingefriedete Garten beinhaltet verschiedene Belags- und Grünflächen, einen Pavillon mit Geräteschopf und eine differenzierte Bepflanzung. Die verschiedenen Materialien wie Hartbelag, Kies- Sand und Rasenflächen bieten vielschichtige Spielmöglichkeiten.