Confignon

Selektiver Wettbewerb, Confignon, 2019
In Kollaboration mit Truwant+Rodet und Philippe Convercey Landschaftsarchitekt

Die Gemeinde Confignon, ein Vorort von Genf, plant die Erstellung eines Ersatzneubaus städtischer Wohnungen in unmittelbarer Nähe des Dorfplatzes. Das Projekt ensteht aus der Auseinandersetzung mit der Fragestellung was Wohnen im ländlichen Raum heute bedeutet. Der Grossteil der Wohntypologien in Confignon besteht aus freistehenden Einfamilienhäusern oder kleinen Reihenhäusern. Nachbarschaftliche Beziehungen und räumliche Bezüge zur Landschaft sind dadurch geprägt. Die Wohnformen profitieren von mehrseitigen Orientierungen, und Reihenhäuser sind über geteilte Treppenaufgänge als gemeinschaftlich genutzte Schwellenräume erschlossen. 

Der Projektvorschlag knüpft an diesen räumlichen und sozialen Beziehungen an, und versucht eine Übersetzung in der Typologie des Geschosswohnungsbaus zu finden, während die vorhandene städtebauliche Struktur unpratentiös weitergestrickt wird. Dabei kommt dem Erschliessungsraum des Treppenhauses eine Schlüsselrolle zu. Dieser Raum steckt sich durch das Gebäude hindurch, und gewährleistet eine visuelle, sowie fussgängie Durchlässigkeit von Strassenraum zu Hofraum. Der Bereich der Eingangshalle im Erdgeschoss wird in den Obergeschossen umgenutzt, zu einem von jeweils 2 Einheiten gemeinschaftlich genutzten Wintergarten. Im sozialen Gefüge der Siedlung fungiert der Raum als ein typologischer Zwitter, von privatem Aussenraum und nachbarschaftlicher Begegnunszone. Wir verstehen dies als ein räumliches Angebot, dessen genaue Benutzung im Ausgang bewusst offen gehalten ist. Der Zugang ist direkt an der Küche angeordnet, jedoch gleichzeitig visuell abgegrenzt. Jede Wohnung verfügt über einen zweiten, grosszügigen, privaten Aussenraum auf Hofseite. Die Wohnungen erlauben diagonale Blickbeziehungen durch den Gebäudekörper hindurch und Rundläufe, die eine räumliche Grosszügigkeit auf kleinem Raum gewährleisten. Strukturell besteht das Gebäude aus vorfabrizierten Holzbauelementen. Die einfache und effiziente Anordnung in Schotten erlaubt durchgehende Steigzonen und Lastabtragungen, die eine kosteneffiziente Realisierung versprechen.

Im Untergeschoss befindet sich eine öffentlich zugängliche Tiefgarage, deren Zugang über eine topografische Modulation des Geländes mit Tageslicht versorgt wird, und gemeinsam mit dem Gemeinschaftsraum und dem vorgelagerten Aussenraum einen öffentlichen Schwerpunkt der Siedlung ausbildet.