ManaBar

Bar in Basel, 2018-2019

 

Das Beschreiben, Überformen und Auflösen von Räumen durch den Einsatz farbiger Flächen bestimmt das Projekt ManaBar – einen Umbau in einem Gebäude aus den frühen 80er Jahren nahe dem Bahnhof in Basel. Neben einer öffentlichen Bar findet sich auf drei Geschossen Raum für unterschiedlichste Spieleformen: Von klassischen Brett- und Kartenspielen über Rollenspiele und Strategiespiele bis hin zu digitalen eSports Turnieren und Liveübertragungen oder pädagogischen Workshops im Untergeschoss. Der ‚Verein für Aufklärung über Internet und Spielkultur‘ möchte mit der ManaBar einen Treffpunkt für Spielbegeisterte verschiedenster Couleur schaffen.

Wie erzeugt man räumlichen Reichtum auf kleinem Raum? Wie schafft man Ordnung in Räumlichkeiten, die durch Spuren von vorherigen Umbauten und räumlich geometrischer Unordnung geprägt sind? Die architektonische Antwort resultiert in einer scheinbar widersprüchlichen Strategie: Die Definition klarer Zonierungen bei gleichzeitiger Auflösung ebendieser. Als Vorbild dienen Projekte der frühen Moderne – Theo van Doesburg, Gerrit Rietveld sowie vor allem Eileen Gray`s Villa „E.1027“. Unterschiedliche Farbnuancen definieren Raumzonen am Boden, deren Grenzen jedoch nie eindeutig sind. So erzeugen Farbflächen an den Wänden eine neue räumliche Logik, und das spezifisch entworfene Mobiliar überlagert verschiedene Zonen oder greift um Raumecken. Spiegelflächen steigern diese Überlagerungen visuell. Der Raumeindruck ist quasi konstant in einem Schwebezustand. 

Analog zu den Farbflächen wird Kunstlicht so eingesetzt, dass es temporäre, veränderbare Räume schafft. Lineare Deckenleuchten, welche zu unterschiedlichen, regelmässigen Polygonen geformt sind, schaffen die Hintergrundbeleuchtung der beiden oberen Geschosse. Intimere und vom Besucher selbst veränderbare Lichtwelten können durch die drehbaren Wandleuchten aus gebogenen Stahl-Rundrohen gesteuert werden. Der performative Aspekt der individuell beweglichen Elemente setzt sich fort mit drehbaren Displays an den Regalen sowie den selber entworfenen Tischgestellen, die je nach Bedürfnis einzeln oder in Gruppen verschoben und angeordnet werden können.

Uns interessiert das Verschwimmen von Grenzen als räumliche Konstitution, da wir dies als sehr zeitgenössischen Zustand empfinden – nicht nur auf architektonische und städtische, sondern ebenso auf politische und soziale Räume bezogen.